Samstag, 19. April 2014

Fundstück | "stop motion"

Sogenannte "time lapse"- oder "stop motion"-Videos erfreuen sich seit einigen Jahren an stetig wachsender Beliebtheit und werden vor allem im Bezug auf Schwangerschaften und das Heranwachsen der eigenen Kinder immer häufiger angewendet. Es scheint, als sei dieser Trend die neue Version des klassischen Familienalbums. Meistens stecken tausende einzelne Photos dahinter und damit verbunden natürlich auch eine Menge Arbeit. Verrückt, wie viel Mühe sich manche Menschen machen, um ein kleines Video zu zaubern. Was meint Ihr - lohnt es sich?




Donnerstag, 17. April 2014

Instagram | #berlintiles

Berlin ist voll von Überraschungen und mit dem ein oder anderen neugierigen Blick lassen sich immer mehr Besonderheiten finden. Vor einigen Wochen habe ich im Zuge meiner Instagram-Suche den Hashtag #berlintiles "eröffnet". Der Hintergrund dieser zufälligen Schnappschüsse ist, dass man bei Spaziergängen durch Berlin ständig vor offenen Haustüren stehen bleiben und einen Blick in die Flure werfen kann. Am Boden der vielen Altbau-Gebäude, inmitten der dichten Betonwälder findet man immer wieder kunterbunte Fliesen, die auf jeden Fall einen zweiten Blick wert sind und die oftmals wunderschönen Eingangsbereiche und Hausflure noch besonderer machen. Mittlerweile ist der Hashtag auch schon bei anderen Usern angekommen und vor allem die liebe Sandra weiß die Schönheit dieser hübschen Dekor-Steine auf jeden Fall zu schätzen. Falls auch Ihr mal durch Berlin stolpert, den Blick schweifen lasst und auf besonders hübsche Exemplare stoßt, nutzt den Tag und teil sie mit uns!



Mittwoch, 16. April 2014

Review | Gourmetbox.de


Vor Kurzem haben wir einmal mehr eine weitere tolle Food-Box zum Testen erhalten: die Gourmetbox. Vorab muss ich sagen: wer mir Kaffee schickt, der hat ohnehin schon gewonnen und steht absolut außer Konkurrenz. Dazu kommt, dass ich angefangen habe, eine kleine Gewürz-Sammlung anzulegen und das ist natürlich noch ein Punkt, der diese Box automatisch nach vorne katapultiert.

  • Finesse Gourmet - Das Lifestyle Gourmet-Magazin
  • Joe & Seph's Gourmet Popcorn Caramel & Espresso
  • Breos Brasil Steak Gewürz
  • Breos Bruscetta Gewürz
  • illycaffè illy Espresso Entkoffeiniert
  • Fuchs Ingwer geschnitten
  • Lebensbaum Bourbon-Vanille gemahlen
  • Seeberger Golden Physalis

Das Gourmet-Magazin ist gefüllt mit tollen Rezepten sowie Tipps und Tricks bekannter Köche. Eine tolle Lektüre für zwischendurch! Immer wieder ein knuspriger Genuss ist das Popcorn von "Joe & Seph's" - die außergewöhnlichen Geschmacksvarianten überraschen mich immer wieder. Dieses Mal hat man bei uns mit Caramel & Espresso absolut ins Schwarze getroffen - nicht zu süß, nicht zu herb, einfach eine ziemlich tolle Mischung. Die Gewürze stehen außer Konkurrenz und lassen sich zu kurzgebratenem Fleisch und buntem Ofengemüse super kombinieren. Ein bisschen problematisch ist in unserem Haushalt das Thema Trockenobst. Trockenes Obst ist für mich absolut gar nichts, aber bei Fabian landet es dafür umso öfter mal im Müsli und dafür eignen sich die "Golden Physalis" wirklich gut - wer es süß-sauer mag, der ist hier auf jeden Fall richtig. Wesentlich geeigneter für mich ist natürlich der Espresso. Ich bin ein absoluter Kaffee-Junkie und nehme grundsätzlich alles Trinkbare mit ordentlichem Kaffee-Geruch an mich. Zwar ist die illy-Variante in unserer Box entkoffeiniert, aber das sehe ich nicht unbedingt als Problem - der Geschmack ist super und das ist doch die Hauptsache. An den Ingwer habe ich ich zugegebenermaßen noch nicht ran getraut. Ich bin immer etwas vorsichtig mit diesem Gewürz und habe bislang noch nie damit gekocht. Ich bin noch auf der Suche nach tollen leichten Ingwer-Rezepten - vielleicht habt Ihr ja das ein oder andere für mich? 
Als besonderes Extra hat die Gourmetbox-Redaktion zu jedem Produkt eine tolle Rezeptidee mitgeschickt. Eine kleine Sammlung verschiedener Leckereien, die es auf jeden Fall noch nachzukochen gilt. 

Insgesamt muss ich sagen, dass ich absolut positiv überrascht war und ich rückblickend auf die vorherigen Boxen sagen muss, dass ich mit dieser Box einfach am meisten anfangen kann. Dabei denke ich nicht nur an den Kaffee oder die tollen Gewürze. Mit einem Blick auf die April-Box (Muss ich haben!) steht fest: diese Box würde ich glatt fortlaufend abonnieren, denn die Auswahl ist speziell und etwas Besonderes. Schön finde ich auch die Idee der Magazine, die jede Box begleiten. Was im vergangenen Monat das hochwertige Finesse-Magazin war, ist im April eine Ausgabe des großartigen deli-Magazins. 








Montag, 7. April 2014

Spotlight | Alain Laboile Photographies

Eigentlich ist diese Photo-Serie bereits ein eher alter Hut, aber dennoch finde ich sie nach wie vor absolut erwähnens- und sehenswert. Unter dem Titel "Father Of Six Takes Magical Pictures Of His Kids As They Grow" ging diese Serie via BoredPanda.com um die Welt. Facebook-Likes und Sharing-Zahlen des entsprechenden Eintrags sprechen für sich und wir sind der Meinung, dass Alain und seine Arbeit ganz wunderbar in unsere "Spotlight"-Serie passen.

Der französische Photograph Alain Laboile ist sechsfacher Vater und fertigt wunderbare Momentaufnahmen seiner Schützlinge an. Wunderschöne Schwarzweiß-Photographien, welche die Kinder beim Spielen, Herumtoben, Essen, Streiten und Erfahrungen sammeln zeigen. Als Ergebnis seiner Arbeit bleiben phantastische Bilder, die den Kindern später einzigartige Einblicke in die eigene Kindheit gewähren. Mit viel Liebe zum Detail, einer Menge Ausdauer und einem geschulten Blick für Schönes schafft er es, ein ganz besonderes Familienalbum zu kreieren.








© Alain Laboile // laboile.com / lab.carbonmade.com / Facebook

Sonntag, 6. April 2014

Video | Eine kleine Hommage an das Musikvideo

Für alle, die heute lieber drin bleiben und keine Lust auf das Fernsehprogramm haben, gibt es hier ein bisschen Futter für Augen und Ohren. Während es schon am Ende des 19. Jahrhunderts erste Versuche gab, Musik und Photo-, bzw. Videoaufnahmen zu kombinieren, dauerte es rund 90 Jahre, bis am 01. August 1981 das erste Musikvideo im amerikanischen MTV lief. Ironie des Schicksals: dieser erste Titel war ausgerechnet der Buggles-Song "Video Killed The Radio Star". 

Von da an ging es Schlag auf Schlag. Jeder Künstler, der was auf sich hielt, produzierte Videos, um die Lieder zu unterstützen. Eine eigene Kunstform ist entstanden und wird bis heute durch immer neue, noch kreativere Beiträge bis auf die Spitze getrieben. Während manche Videos, teilweise muss man schon von Kurzfilmen sprechen, ganze Geschichten erzählen, zeigen andere nur eine simple Performance der Band oder folgen überhaupt keinem bestimmten Konzept. Manche dauern stattliche 24 Stunden, andere sind sehr explizit, manche sind ihrer Zeit weit voraus. Auflistungen der besten und kreativsten Musikvideos gibt es ohne Ende, meist ähneln sie sich in den einstelligen Platzierungen stark.

Zu nennen sind hier neben ungefähr 10.000 anderen auf jeden Fall:

1.) Unkle - Rabbit In Your Headlights (dir. Jonathan Glazer)




2.) Björk - All is Full of Love



3.) OK Go - Here It Goes Again




4.) Michael Jackson - Thriller



...zu viele, um alle aufzulisten.

Fortschritt durch Rückschritt

Eine besondere Ausprägung der Videokunst ist das "Backward"-Video, welches so aufgenommen ist, dass die Protagonisten sich scheinbar vorwärts, während alles um ihn herum sich rückwärts zu bewegen. Auch so produzierte Musikvideos gibt es viele, einige bemerkenswert kreative Beispiele sind Coldplay's “The Scientist” oder "Drop" von The Pharcyde. Hier sind zwei grundverschiedene Beispiele dieses Genre: 

1.)  "From Your Mouth" - im wahrsten Sinne des Wortes

Das erste Filmchen gilt als eines der besten Musikvideos, nämlich das wirklich, wirklich seltsame Video zum Song der amerikanischen Industrial-Rocker God Lives Underwater. Regie führte übrigens damals Roman Coppola, Sohn des legendären Francis Ford Coppola ("Der Pate", "Apocalypse Now"). Zu sehen ist der japanische Ess-Weltmeister Hirofumi Nakajima, wie er...naja... isst. Aber seht selbst:

 


2.) "Tokyo Reverse"

Simon Bouisson und Ludovic Zuili haben ein surrealen Trip durch die Tokyoter Rush-Hour geschaffen, über den man nicht mehr viele Worte verlieren muss:

 

Donnerstag, 3. April 2014

On Stage | Architects, Stray From The Path, Northlane, More Than Life

Neunzehn Uhr an einem ganz normalen, kühlen Frühlingstag in Berlin. Vor dem Tempelhofer Columbia-Club tummelt sich eine grössere Menge schwarz gekleideter Personen, auffällig oft sieht man mit dem markanten ‘A’ der heutigen Headlinerband bedruckte Shirts. Schon jetzt erkennen diejenigen, die 2012 beim letzten Architects-Auftritt im Kreuzberger Magnet Club dabei waren, dieses Konzert wird um einige Nummern größer. Größer ist nicht nur die schiere Anzahl an Fans, sondern natürlich auch die Location selbst, vis-à-vis zum Gelände des imposanten ehemaligen Flughafens Tempelhof.
Es sollte ein Abend der etwas härteren Gangart werden, hatten die Briten doch die amerikanische Rapcore-Band Stray From The Path, die australischen Djent-Durchstarter Northlane und die Inselkollegen More Than Life mit an Bord.
Letztere eröffneten das Programm pünktlich zur Tagesschau und versammelten bereits eine gute Menge an Zuschauern. More Than Life sind natürlich alles andere als unbekannt, doch die Energie des Sängers schwappte nur vereinzelt auf das Publikum über. Wie das beim ersten Slot eben so ist. Nach einem gut halbstündigen Gig räumten die vier Jungs das Spielfeld und überließen es den Tech-Profis von Northlane.
Deren aktuelles Album “Singularity” schlug schon 2013 dermaßen hart ein, dass man sich die Chance auf einen Auftritt der Gold-Coast-Surfer nicht entgehen lassen sollte. Sympathisch führte Shouter Adrian das mittlerweile deutlich angewachsene Publikum durch die Performance. Die Band brachte Songs der letzten beiden Alben, die mit unfassbar tief gestimmten Gitarren und gelegentlichem Sub-Bass “so richtig in die Fresse” knallten, um einen Gast zu zitieren. Erstaunlich: trotz der nicht immer ganz Mainstream-kompatiblen, weil stellenweise einfach aufgrund ihrer Komplexität nicht moshbaren, Mathcore- und Prog-Parts tanzte sich die Menge in Stimmung. Hier und da flogen auch schon mal Haare oder gleich ganze Menschen durch die Luft. Insgesamt kam die Band sehr gut an, was auch an der ausgewogenen Mischung aus melancholischen Melodien und brachialer Härte gelegen haben mag, die einfach zu überzeugen weiß.
Stray From The Path nahmen mit ihrem eigenwilligen Sound ohnehin eine gesonderte Stellung im Lineup ein. Sie zogen es vor, die Bühne innerhalb von zwei Titeln mit überschüssiger Speichelflüssigkeit in einen See zu verwandeln, statt auf die einwandfreie Performance zu achten, was jedoch mit gelegentlichen Gitarren-Ausfällen oder dem Griff des Sängers zum falschen, ausgeschalteten Mikro eine unterhaltsame Komponente hatte. Der gefühlt alle zwei Minuten eingesetzte Sub-Bass nervte irgendwann auch nur noch. Songs wie „Damien“ oder „Negative And Violent“ machten jedenfalls Stimmung und das Publikum fand’s super.
Nach einer relativ langen Umbaupause, die mit Musik von Snoop Dogg, Kool & The Gang und Jay-Z überbrückt wurde, kam die Menschenmenge kurz zur Ruhe um sodann in explosionsartige Begrüßung der Architects zu verfallen. Die Band betrat die Bühne und eröffnete ihren Auftritt – wenig überraschend – mit dem neuen „Gravedigger“. Es folgte eine Mischung aus Titeln der letzten drei Alben, lediglich die beiden ewigen Publikums-Lieblinge und „Hollow Crown“-Hits „Early Graves“ und „Follow The Water“ waren einsame Zeugen der „alten Sachen“. Letzteres kündigte Frontmann Sam Carter am Übergang in die zweite Hälfte des Sets übrigens indirekt durch eine kurze Dankesrede an, die sich an die Ozean-Retter Sea Shepherd richtete. Es sei ein wichtiger Tag, „denn heute ist der Walfang, auch der zu sogenannten „wissenschaftlichen Zwecken“, offiziell verboten worden“, so Carter. Politische Themen oder auch Kritik an fundamentalen Religionsgruppen liegen den Jungs aus Brighton schon lange am Herzen. Zuletzt hatte ihre Single „Broken Cross“ zu einiger Kritik seitens der Fans geführt, woraufhin sich Songwriter Tom Searle in einem Statement erklärte. All dies war jedoch an diesem Abend nicht wichtig, stattdessen konzentrierte sich die Band auf einen wirklich intensiven und erstklassigen Gig, der um halb zwölf mit „These Colours Don’t Run“ sein viel zu frühes Ende fand. Und wenn die Karriere der Band so weiter geht, muss wohl für die nächste Tour doch mit der Columbia-Halle die benachbarte und doppelt so große Schwester des C-Clubs herhalten.

Am gleichen Abend habe ich übrigens noch den Architects-Frontmann Sam für ein Interview getroffen. Das ganze kann man hier nachlesen!

Diesmal haben wir leider nur ein paar Instagram-Photos (1. Reihe: Northlane, 2. Reihe: Architects) mitgebracht:


Den Artikel findet Ihr übrigens auch auf Stageload.org!

Sonntag, 23. März 2014

Diese Sache mit der Flugangst.

In meinen Augen gibt es nicht Schöneres, Intimeres und Nachhaltigeres, als das gemeinsame Reisen. Wir sind nun seit über sechs Jahren ein Paar und ich habe in diesen sechs Jahren allerhand mit ihm erleben und sehen dürfen. Wir durften die verschiedensten Städte Hand in Hand durchstreifen, haben unsere Kameras stets auf die gleichen Objekte gehalten und durften die Betten in unseren Unterkünften miteinander teilen und Arm in Arm in einem fremden Land, einer Fremden Stadt, in fremder Umgebung miteinander einschlafen. Ich kann mir ganz ehrlich nichts Schöneres vorstellen, als mit ihm zu reisen, denn schließlich würde ich es ohne ihn wahrscheinlich gar nicht auf die Reihe bekommen.
Wenn ich an unseren letzten Flug denke (Berlin - Newark mit Zwischenstopp in London), dann springt man Herz zum einen natürlich vor schöner Erinnerungen und dem Verlangen nach Wiederholung im Quadrat, aber gleichzeitig rutscht es mir auch in die Hose. Aber dazu muss ich wohl etwas früher ausholen.

Als Kind bin ich mit meinen Eltern und meinen Geschwistern eigentlich jedes Jahr geflogen, manchmal auch mehrfach. Griechenland, Spanien, Dubai, New York - vom einstündigen bis hin zum neunstündigen Flug war tatsächlich alles dabei. Irgendwann stoppten diese Familienurlaube und das Fliegen hatte sich dadurch auch erst einmal erledigt. Als Fabian und ich dann im Sommer 2010 nach Berlin zogen, mussten wir uns irgendwann eingestehen, dass Die Bahn unsere Heimatbesuche mit schlappen 250€ pro Person für die Hin- und Rückfahrt nicht langfristig unterstützen wird. Wir durften also feststellen, dass das Fliegen mit Ryanair die günstigere Variante war, um in den Westen zu kommen. Was soll ich sagen - es ist auch bei diesem einen Mal geblieben. Der etwa 60-minütige Flug hat mich etwa 6000 Tränen gekostet, ich hatte einfach ständig das Gefühl, als würde mir in jeder Sekunde das "Gehäuse" des Flugzeuges um die Ohren fliegen. Klapprig, kalt, eng, heiß, ohgottichsterbe. Tatsächlich war ich einfach bislang nie mit einem so kleinen Flugzeug geflogen und das war ein vollkommen neues Erlebnis für mich. Daraufhin folgte ein weiterer Ryanair-Flug nach Dublin und da auch hierbei die Anzahl der Tränen unwesentlich sank und die Geduld meines Liebsten ein weiteres Mal auf die Probe gestellt wurde, musste ich mich für alle weiteren Flüge nach irgendeiner Wunderpille gegen Flugangst erkundigen.

Einige Zeit verging und verschiedene erfahrene Menschen empfohlen mir "Tavor" oder auch Lorazepam als absolut sichere Hilfe gegen Angstzustände auf dem Fensterplatz. Der freundliche Arzt von nebenan war so nett und schrieb mir aufgrund meiner detailreichen und haarsträubenden Schilderungen das passende Rezept für unsere Amerika-Reise. "Getestet" wurde die Pille auf dem einstündige London-Flug mit British Airways - ich nahm eine halbe Tablette bereits in Tegel, da jeder mich warnte "Pass auf, nimm nur eine halbe, die haut dich um!". Gemerkt habe ich von dieser halben Tablette leider absolut gar nichts. Es war schlimm und ich war froh, als wir im verregneten London landeten. Der Beipackzettel sagte mir, dass ich am Tag nicht mehr als 2,5 Pillen schlucken sollte, also warf ich einfach noch eine ganze Tablette nach für den Flug über den Atlantik. Ich war wirklich begeistert - zwar war der Start nach wie vor die absolute Hölle, aber sobald das kleine Licht erlosch, welches darauf hinwies, man solle gefälligst angeschnallt bleiben, konnte ich zum ersten Mal seit Jahren in einem Flugzeug durchatmen, ohne dass ich dabei in Tränen ertrank. Schlafen war trotzdem nicht, dafür schaffte Silver Linings aber umso mehr Ablenkung.
Die Zeit in Amerika verging wie im Flug und plötzlich stand auch wieder der Rückflug an. Ungeachtet der Tatsache, dass diesmal kein "kleiner" Flug zuerst anstehen würde und somit genügend Zeit zwischen der Einnahme der beiden Dosen lag, nahm ich am Flughafen schon vorsorglich die erste Tablette und im Flugzeug dann direkt die nächste. Ich hatte also zwei Milligramm Lorazepam intus und es ging mir gut. Der Start lief reibungslos, das Essen war sogar halbwegs lecker und ich wollte mir den ganzen Flug über die Harry Potter-Filme zum circa viertausendsten Mal zu Gemüte führen. Ich glaube das Essen war noch nicht richtig abgeräumt, da bin ich auch schon eingeschlafen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals in einem Flugzeug geschlafen hätte und wahrscheinlich habe ich tatsächlich noch nie so tief geschlafen. Für Fabian war das wahrscheinlich ein kleiner "Urlaub nach dem Urlaub", denn endlich hatte er keine Fingernägel im Arm, keine Tränen im Nacken und kein Gewimmer im Ohr. Geweckt hat er mich dann kurz vor dem Landeanflug auf London - es gab Frühstück, glaube ich und ich hatte gerade meinen anstehenden Jetlag weg geschlafen.
Der Zwischenstopp in London war dann leider nicht ganz so witzig - Übelkeit und Kreislaufprobleme ließen mich kaum einen klaren Gedanken fassen und nicht mal Starbucks konnte mich wieder auf die Beine bekommen und das heißt schon was.

In  meinen Augen spielt das Bewusstsein darüber, was alles passieren könnte bei einer echten Flugangst eine große Rolle. Ist man als Kind noch mit Schmetterlingen im Bauch und voller positiver Aufregung über den Wolken voller Übermut den Eltern auf den Keks gegangen, weichen die Schmetterlinge heute riesengroßen Geiern, die einem immer wieder erzählen, dass Flugzeuge abstürzen, auseinander brechen, Treibstoff verlieren oder einfach verschwinden.
Im Nachhinein muss ich sagen, dass es schon ein bisschen gruselig war, einfach so ausgeschaltet zu sein, nichts mitzubekommen und zu wissen, dass ich es vielleicht ein kleinwenig übertrieben hatte. Immerhin hat es gewirkt, immerhin habe ich mich nicht verrückt machen und wertvolle Energie verschwenden müssen. Außerdem zeigt die Betrachtung im Nachhinein, dass die Größe des Flugzeugs das Ganze vielleicht um einiges verstärkt, aber ganz sicher nicht der Auslöser der Panikattacken ist. Dieser kleine Bericht soll natürlich keine Werbung für dieses Medikament sein und ich würde es in vielen anderen Situationen auch eher mit Vorsicht genießen, aber dennoch ist es für mich aktuell die einzige Möglichkeit, dem Reisen in dem Maße nachkommen zu können, wie ich es gerne würde. Zugegeben, die für mich richtige Dosis muss ich wahrscheinlich noch finden, aber auf jeden Fall werde ich diese Sache mit der Flugangst so für unsere nächsten Reisen ein bisschen besser in den Griff bekommen.

Mittwoch, 19. März 2014

Video | Nehemias Colindres: Berlin, Berlin

Der Amerikaner Nehemias Colindres ist professioneller Werbefilmer und Videokünstler aus Los Angeles. Zu seinen nicht-lommerziellen Projekten gehört das melancholische Werk "Berlin, Berlin", eine etwas andere Hommage an diese wunderbare Stadt, die jetzt sein Zuhause ist.




Übrigens drehte Colindres einige Szenen des Videos in verlassenen Gebäuden, die wir auch schon besucht haben. Beispielsweise die Eröffnungssequenz zeigt die ehemalige Bärenquell-Brauerei, eine andere Szene ein verlassenes Kinderkrankenhaus, was Mara und ich beides photographisch festhielten. Die Photos kann man sich hier und dort ansehen.

Aber nun viel Spaß beim Anschauen:



Berlin, Berlin from nehemias colindres on Vimeo.

Freitag, 14. März 2014

Flashback Friday | New York & New Jersey 2013

Kennt Ihr dieses bestätigende Gefühl, im Urlaub nach dem Weg gefragt zu werden? Uns ging es in New York gleich mehrfach so und vor Stolz wuchs ich von Minute zu Minute etwas höher. Manchmal passiert es, dass man sich mit einer Stadt einfach blind versteht, sich ohne Vorkenntnisse perfekt zurechtfindet, niemals den Orientierungssinn verliert, sich schlicht und ergreifend mit ihr identifizieren kann. Ich für meinen Teil fühlte mich in New York, als wäre ich niemals in einer anderen Stadt gewesen, als sei ich dort Zuhause.
Bald ist unsere Reise in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten schon ein Jahr her und ich kann unsere nächste Reise nach Amerika kaum erwarten. Neben "immer wieder New York" stehen vor allem Seattle, Boston, New Orleans und Miami ganz weit oben auf der Liste. Aber gerne würde ich auch quer durch Canada reisen, meinetwegen wohl auch sofort dort bleiben. Welches der Ziele als nächstes in Frage kommen wird, das steht bislang noch in den Sternen. Jedenfalls habe ich mich dazu entschieden, Euch nochmal eine kleine visuelle Zusammenfassung unserer kleinen Oster-Reise zu präsentieren: Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5 / Teil 6 / Teil 7 / Teil 8Teil 9

Habt Ihr schon Reisepläne für dieses Jahr? Wo treibt es Euch hin? Welche Länder und Städte wollt Ihr gerne als nächstes Besuchen? Was reizt Euch besonders, wo würde es Euch spontan nicht unbedingt hintreiben? Auf welcher Reise wurdet Ihr von Eurem Reiseziel absolut positiv überrascht? Welcher Urlaub war die größte Enttäuschung?